Ryke Geerd Hamer und die Germanische Neue Medizin

09 Hamers erste Konflikte – Das Schiedsgericht in Stade

Im Dezember 1983 befand ein Ärzteschiedsgericht der Ärztekammer Niedersachsen (Bezirksärztekammer Stade), dem Hamer seine Theorie vorstellen musste, dass die „Eiserne Regel des Krebs“ in der „von Hamer vertretenen Strenge nicht nachvollzogen werden konnte“. Typisch für Hamer ist, dass er nachfolgend fälschlicherweise bei krebskranken Patienten mit der Behauptung warb, das Schiedsgericht habe die Richtigkeit seiner Theorie bestätigt (Gerichtsbeschluss VG-Koblenz von 1986 und Vermächtnis der Medizin Teil I, 1999, Seite Seite 612). Hamer selber wertet das Schiedsgericht in seinen Schriften sogar zu einem „internationalen Schiedsgericht“ auf und behauptet sogar, dass dies auf seinen Wunsch hin stattfand.

Das Schiedsgericht wurde ursprünglich eingesetzt, nachdem bekannt wurde, dass krebskranke Patienten, die Hamer als „gesund“ aus seiner Behandlung entließ, kurz danach starben. Im Hamburger Abendblatt vom 08.12.1983 wurde das „Urteil“ der Ärzteschaft über Hamers Theorien und der fehlenden Konsequenz allerdings sehr kritisch betrachtet; vor allem, da Hamer (laut Hamburger Abendblatt) keine Ausbildung oder Erfahrung als Onkologe besitzt (hier wurde Hamer also sogar durch die Ärzteschaft, die  er als Teil der gegen ihn laufenden 
Verschwörung betrachtet, gedeckt).

Insgesamt verstarben bis zu diesem Zeitpunkt nachweislich mindestens 43 Krebspatienten von Hamer (Spiegel 32, 1995, Stern 24.11.1983), man darf jedoch davon ausgehen, das die Zahl der Opfer bereits hier deutlich höher lag.

Aufgrund seines progredienten Verschwörungs- und Verfolgungswahns, zum einen in Bezug auf den immer noch schwelenden Rechtsstreit mit dem Prinzen von Savoyen, zum anderen wegen seiner aggressiven und gewissenlosen Vermarktung seiner Neuen Medizin wurde Hamer empfohlen sich psychologisch behandeln zu lassen, um seine Approbation nicht zu gefährden. Hamer jedoch, der keine Kritik und keine Ablehnung hinnehmen kann, sieht in der Empfehlung einen Aufruf zur „Zwangspsychiatrisierung“ seiner Person.

Trotzdem dieser deutlichen Hinweise über die Gefährlichkeit Hamers und seiner Neuen Medizin wird Hamers Treiben in den nächsten Jahren kein Riegel vorgeschoben. Nachdem sich die Todesrate von Hamers Patienten auch in Gyhum nicht mehr verheimlichen liess, zog Hamer einfach erneut um und eröffnet 1985 eine neue Klinik für seine Neue Medizin in Katzenelnbogen im Taunus.

1984 erscheint Hamers erstes Buch „Krebs – Krankheit der Seele“ in Hamers eigenem Verlag „Amici di Dirk“.

1985 verstirbt Hamers krebskranke Frau an einem Herzinfarkt.

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