Ryke Geerd Hamer und die Germanische Neue Medizin

11 Die Klinik für „Neue Medizin“ in Burgau, Österreich

1987 erschien in Hamers eigenem Verlag Amici di Dirk das „Hauptwerk“ Hamers: „Vermächtnis einer Neuen Medizin Teil I und II“. Erstaunlicherweise ist dieses Machwerk (das auch innerhalb Hamers Anhängerschaft „Die goldenen Bücher“ genannt wird) seit Jahren nicht mehr lieferbar (letzte Auflage 1999) und wird nur noch im Internet bei e-bay zu Preisen um die 300 Euro verkauft (letzte Kontrolle Februar 2007).

Am 22.12.1989 erstellte Hamer nach eigenen Angaben mit einem Mitarbeiter der Firma Siemens ein Protokoll, nach dem die von Hamer beschriebenen Schießscheibenkonfigurationen (Hamersche Ringe) nichts weiter als Artefakte bei der computergenerierten Bilderstellung sind (Kurzfassung der Neue Medizin, Stand 2000, Seite 93 ff. und 131). Auch hier wird Hamer später wieder aller Vernunft und Realität behaupten, das Protokoll von Siemens belege seine Idee der „Hamerschen Ringe“. Eine sehr gute Auseinandersetzung mit Hamers angeblichen Gehirnveränderungen und deren Erscheinung im CT kann hier nachgelesen werden.

1990 gründete Hamer in Burgau (Österreich) ein Beratungszentrum, das er „Klinik für Neue Medizin“ nennt. Die Zulassung zum Betreiben einer Klinik oder eines Beratungszentrums fehlt jedoch auch hier, wird jedoch vorerst von den örtlichen Behörden toleriert. Hamer hat jedoch auch in Österreich keine Zulassung als Arzt oder eine Befugnis als Heilpraktiker zu arbeiten. Laut Gerichtlichen Beschluss des OVG-Koblenz von 1990 ist Hamer zu diesem Zeitpunkt 39mal im Schulderverzeichnis eingetragen.

1993 wird Hamer in Köln zu vier Monaten Bewährung verurteilt, nachdem er zuvor einem Jungen mit Knochenkrebs am Knie mit einer Gipsschiene behandelt und geraten hat sich nicht weiter schulmedizinsch behandeln zu lassen. Der Junge verlor nachfolgend das betroffene Bein.

1995 wird von den österreichischen Behörden das Beratungszentrum in Burgau geschlossen. Dabei werden von der Polizei knapp 6500 Kundenakten beschlagnahmt und laut Hamer bei einer Überprüfung der Kunden noch knapp 6000 lebend angetroffen zu haben. Daraus schließt Hamer, dass 90-95% seiner „Patienten“ seine Therapie überleben würden. Später rundet er die Erfolgschancen seiner Therapie auf 98% auf, wobei auch hier nicht zu klären ist, wie er zu diesen Zahlen kommt und die Kunden werden nun zu von der Schulmedizin aufgegebene Patienten.

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